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Besonderheiten

Es gibt kaum beschwerdefreie Schwangerschaften. Häufig wechseln die Beschwerden bei verschiedenen Schwangerschaften: Stand bei der ersten Schwanger-schaft die Übelkeit im Vordergrund, sind es bei der nächsten Schwanger-schaft Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen.
Typische Beschwerden
Wichtig ist es zu wissen, dass diese Veränderungen normal sind. Die mit der Schwangerschaft verbundenen Veränderungen sind vielfältig und unterliegen einer sehr komplexen Regulierung. Im Folgenden werden die häufigsten Beschwerden erklärt und Therapieempfehlungen gegeben.

Die Mundschleimhaut ist in der Schwangerschaft wesentlich empfindlicher und damit auch für Entzündungen empfänglicher. Aus diesem Grund wird heutzutage eine zweimalige Vorstellung jeder Schwangeren beim Zahnarzt empfohlen, bevorzugt im ersten und im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Zudem gibt es Studien, die ein häufigeres Auftreten von Frühgeburten bei Schwangeren mit schweren Zahnfleischentzündungen nachweisen. Entsprechende zahnärztliche Untersuchungen sollten im zahnärztlichen Kinderpass dokumentiert werden, den viele Zahnärzte verwenden.

Brustspannen ist häufig eines der ersten Symptome einer Schwangerschaft. Auch während der Schwangerschaft kann das Spannungsgefühl zunehmen. Die Milchdrüsen bereiten sich schon auf die spätere Milchproduktion vor, was zu einer Hautdehnung mit Spannungsgefühl führt. Die Brüste nehmen an Größe zu. Vor allem Frauen mit eher kleineren Brüsten haben darunter stark zu leiden. Bei einigen Schwangeren kommt es bereits in den ersten Monaten zu einer Milchproduktion. Dies ist nicht schlimm, hilfreich sind dann Stilleinlagen. 

Sodbrennen ist ebenfalls ein sehr häufiges Problem. Die Schwangerschaftshormone führen zu einer Übersäuerung des Magens. Zur Vermeidung dieser Übersäuerung helfen die folgenden Regeln:

    kleine Mahlzeiten
    leicht verdauliche Kost
    wenig Gewürze
    Verzicht auf Süßes, Kaffee, Tee, Nikotin und Fruchtsäfte
    Verdauungsspaziergang

Tritt das Sodbrennen weiter auf, können als Hausmittel ein Glas Milch oder der Konsum von drei bis vier Mandeln verwendet werden. Gegen morgendliches Sodbrennen hilft trockenes Brot. Weitere Hausmittel sind warmes Wasser, Kartoffeln, rohe Karotten, Fencheltee und für hartnäckige Fälle säurebindende Medikamente, die im Allgemeinen gut eingesetzt werden können, da sie nur lokal, d.h. im Verdauungstrakt wirken. Dennoch sollte hier Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Die Schwangerschaftshormone führen zu einer Ruhigstellung des Darmes, was die Ursache für die bei Schwangeren häufig auftretende Verstopfung ist. Um diese zu verhindern, ist es daher äußerst wichtig, dass Schwangere viel Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten 2-3 I täglich. Die zusätzliche Aufnahme von Ballaststoffen ist nur bei gleichzeitiger weiterer Flüssigkeitsaufnahme hilfreich, andernfalls können Ballaststoffe die Verstopfung verstärken. Günstig zur Vorbeugung sind ebenfalls ausreichende Bewegung sowie der Verzehr von Obst, Gemüse und Milchprodukten wie Joghurt und Buttermilch.

Medikamente sollten nur im Notfall eingesetzt werden. Bei hartnäckiger Verstopfung hilft häufig 1 Esslöffel Obstessig in einem Glas Wasser. Besonders unangenehm kann die Kombination von Hämorrhoiden und Verstopfung in der Schwangerschaft sein. Hier sollte die Schwangere vorbeugend darauf achten, dass der Stuhlgang möglichst weich bleibt. Wie vorher beschrieben ist v.a. die ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend. Ein anderes Hausmittel ist die Beimengung von täglich 1 TL Leinsamen z.B. in einen Joghurt.

Während der Schwangerschaft kann es zu einer vermehrten Flüssigkeitsabsonderung aus der Scheide kommen. Dies ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Viele Frauen haben in dieser Zeit ein Bedürfnis nach einer besonders milden und zugleich gründlichen Reinigung des Intimbereichs. Inzwischen bieten einige Firmen speziell auf den äußeren Intimbereich abgestimmte Waschlotionen an, die auch für die Schwangerschaft bestens geeignet sind. Auf hautreizende Duschgele ist zu verzichten.

Zunehmende Wassereinlagerungen in den Beinen und Armen (sogenannte Ödeme) sind in der Schwangerschaft normal, insbesondere in den heißen Sommermonaten. Gegen diese Einlagerungen, die zumeist in den Beinen und Knöcheln auftreten, hilft ein regelmäßiger Wechsel zwischen Bewegung und Hochlagern der Beine. Auch Stützstrümpfe können etwas Linderung verschaffen, sie sollten sogar genommen werden, wenn gleichzeitig Krampfadern an den Beinen vorliegen.

Die Schwangerschaftshormone führen zu einer Erweiterung der Blutgefäße, insbesondere der Venen. Leider kann sich dies in der Zunahme von Krampfadern ("Varizen") äußern. Individuell angepasste Stützstrümpfe können Abhilfe verschaffen. Vom Tragen der fertigen Standardstrümpfen ist eher abzuraten, da diese häufig nicht richtig sitzen und dann sogar die Probleme verstärken können. Bei sehr ausgeprägten Krampfadern sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob die Gabe von durchblutungsfördernden Medikamenten sinnvoll ist, um einer Blutgerinnselbildung vorzubeugen.
Veränderte Stoffwechselprozesse führen bei Schwangeren zu Verschiebungen im Flüssigkeit- und Mineralhaushalt. Nicht selten treten in der Schwangerschaft erstmalig Muskelkrämpfe auf. Hiergegen helfen Magnesiumpräparate recht gut.

Die gewebeauflockernde Wirkung der Schwangerschaftshormone kann leider auch die Wirbelsäulenmuskulatur und die Knorpel betreffen. Daher und wegen der erhöhten Gewichtsbelastung haben einige Schwangere zum Teil enorme Probleme mit dem Rücken. Hier helfen im Allgemeinen nur lokale Maßnahmen, beispielsweise Wärmeanwendung, körperliche Schonung und eine harte Matratze. Viele Frauen empfinden auch Schwimmen und Wassergymnastik als angenehm und lindernd. Sofern die Rückenschmerzen mit einem Kribbeln oder Gefühlsstörungen in den Armen oder Beinen verbunden sind, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

Die Haut der Schwangeren neigt zum Austrocknen, weshalb sie regelmäßig mit feuchtigkeitsspendenden Lotionen eingecremt werden sollte. Achten Sie aber darauf, vor Ultraschalluntersuchungen 2-3 Tage auf das Eincremen zu verzichten, da die Creme die Ultraschalluntersuchung stört.
Schwangerschaftsstreifen können im Bauchbereich durch eine Überdehnung des Gewebes entstehen. Eine Veranlagung spielt bei der Entstehung auch eine Rolle. Durch lokale Hautpflege mit Massage, Bürsten, Cremes/Ölen und Wechselduschen kann die Hautdurchblutung gefördert und das Auftreten verhindert oder gemildert werden.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft sind sehr häufig. Neben den mechanischen Problemen wegen des immer größer werdenden Bauches treten auch häufig Alpträume auf. Linderung der Schmerzen kann durch Hochlagerung des Oberkörpers oder Entlastungen durch Kissen herbeigeführt werden. Zusätzlich nehmen Ein- und Durchschlafstörungen zu. Gerade nachts treten Ängste auf, die sich auf die Geburt oder au das Leben mit einem Kind beziehen. Die Schwangere fragt sich, ob alles ausreichend vorbereitet und organisiert ist. Besprechen Sie ihre Sorgen mit einer Vertrauensperson und versuchen Sie sich in der Nacht abzulenken und die Ruhe positiv zu nutzen. Lesen Sie etwas Schönes, hören Sie Musik und versuchen Sie diese besondere Zeit zu genießen.

Verschiedene Studien konnten kein Risiko für die Schwangerschaft durch Geschlechtsverkehr zeigen. Schwangere mit vorzeitigen Wehen, Blutungen oder einer Einnistungsstörung des Mutterkuchens sollten sexuell nicht aktiv bzw. eher zurückhaltend sein und dieses Thema mit ihrem Frauenarzt besprechen. Vielleicht stelle aber auch Sie wie nahezu alle anderen Schwangeren fest, dass sich in ihrer sexuellen Beziehung etwas verändert. Manche Schwangere haben ein verstärktes Bedürfnis nach Sexualität, andere wieder - haben in der Schwangerschaft weniger Lust. Auch die werdenden Väter sind davon betroffen, was gerade bei gegensätzlichen Bedürfnissen die Sache manchmal etwas kompliziert werden lässt. Versuchen Sie Ihre Bedürfnisse offen zu besprechen und damit umzugehen. Bei allen Schwangeren besteht eigentlich ein höheres Verlangen nach Zuwendung und Zärtlichkeit.

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Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Bei Tierarzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.

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